Von einem ausgeschnittenen Bild zu meinem echten Leben: Der Tag, an dem mein Visionboard wahr wurde

Veröffentlicht am 20. Juni 2026 um 19:28

Heute saß ich mit meinem Mann und meinem Hund Max am Fernsteinsee.

Wir hatten eine einfache Jause dabei. Nichts Besonderes. Kein Luxus. Kein spektakulärer Ausflug.

Ein Bankerl am Wasser.
Ein türkisgrüner See.
Enten, die vorbeischwammen.
Menschen, die spazieren gingen.
Sonnenschein.

Und plötzlich war ich vollkommen gerührt.

Nicht, weil etwas Schlimmes passiert war.

Sondern weil mir klar wurde:

Einer meiner größten Wünsche ist bereits wahr geworden.

Auf meinem Visionboard klebt seit langer Zeit ein kleines Bild.

Ein Mann.
Eine Frau.
Ein Hund.

Sie sitzen gemeinsam auf einer Bank und schauen aufs Wasser.

Als ich dieses Bild damals ausgeschnitten habe, ging es nicht um die Bank.

Nicht um den See.

Nicht einmal um den Hund.

Es ging um das Gefühl.

Um Ruhe.

Um Verbundenheit.

Um Freiheit.

Um ein Leben, in dem man einfach sein darf.

Heute saßen wir dort.

Mein Mann.

Max.

Und ich.

Und plötzlich verstand ich:

Ich war nicht mehr auf dem Weg zu meinem Traum. Ich saß mitten darin.

Ich sagte dann zu meinem Mann:  "Ich kann es nicht glauben, mein Visionboard ist gerade wieder wahr geworden! Wir drei vollkommen entspannt auf einer Bank. Wie unglaublich ist das denn?" Und er lächelte genauso wie ich. 

Was diesen Moment noch besonderer macht, ist die Geschichte dahinter.

Denn wer uns heute gesehen hat, hätte vermutlich nur einen entspannten Hund am See wahrgenommen.

Was niemand sieht:

Es gab eine Zeit, in der solche Ausflüge kaum möglich waren.

Eine Zeit, in der ich ständig die Umgebung abgesucht habe.

Wo kommen Menschen?

Wo kommen Hunde?

Wo könnten Vögel auftauchen?

Wo kann ich ausweichen?

Welcher Platz bietet genug Abstand?

Max ist ein jagdlich hoch motivierter Hund.

Enten, Vögel und schnelle Bewegungen waren lange eine enorme Herausforderung.

Entspannte Frühstücke auf einer Bank? Unvorstellbar.

Gemütlich an Menschen vorbeigehen? Schwierig.

Mitten zwischen anderen Hunden entspannen? Kaum denkbar.

Es gab so viele Momente wo ich verzweifelt war, viele Tränen vergossen habe, mich überfordert gefühlt habe und Angst hatte, dass wir das nie schaffen werden.

Und heute?

Heute lagen Enten direkt vor uns.

Menschen gingen vorbei.

Andere Hunde kamen uns entgegen.

Und Max blieb ruhig.

Nicht perfekt.

Aber entspannt.

Er wurde nicht nur älter.

Er wurde erwachsen.

Am 10. Juli wird Max drei Jahre alt.

In den letzten Wochen haben mein Mann und ich immer wieder gesagt:

"Unglaublich, welche Fortschritte er macht."

Heute habe ich verstanden, wie groß diese Fortschritte wirklich sind.

Der absolute Höhepunkt kam später.

Wir stiegen gemeinsam in ein Tretboot.

Noch vor einiger Zeit hätte ich niemals geglaubt, dass wir das einmal so entspannt machen würden.

Max stand vorne am Boot wie ein alter Seebär.

Dann sprang er ins Wasser.

Schwamm eine Runde.

Kam wieder zurück.

Als wäre das die normalste Sache der Welt.

Und ich?

Ich hätte platzen können vor Glück.

Nicht wegen des Tretboots.

Nicht wegen des Sees.

Sondern weil ich plötzlich sehen konnte, wie weit wir gekommen sind.

Manchmal warten wir auf die großen Wunder.

Auf das perfekte Leben.

Auf irgendwann.

Dabei übersehen wir die kleinen Momente, in denen unsere Träume bereits Realität geworden sind.

Vielleicht besteht Glück gar nicht aus den großen Dingen.

Vielleicht besteht es aus einem Hund, der entspannt am Wasser liegt.

Aus einer Jause auf einer Bank.

Aus Menschen, die man liebt.

Aus einem See.

Aus einem Sommertag.

Und aus dem plötzlichen Bewusstsein:

Genau so habe ich mir mein Leben immer gewünscht.

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